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11.01.15 - 09:53 Uhr

"Ich will mich nicht festlegen..."


"...auf nur ein einziges Musikgenre", meint Martin Gasselsberger, "mich faszinieren viele Richtungen." Das ist auch der Grund, warum der oberösterreichische Pianist und Komponist nicht so einfach im Jazz anzusiedeln ist. Seine Musik bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Jazz, Pop, Blues, Singer/Songwriting. Und weil er sich in all dieses Formen heimisch fühlt, wirkt er auch in allen Formen authentisch. Mehr noch - Gasselsberger hat seinen ganz eigenen Stil entwickelt, unverwechselbar und ehrlich - ganz unabhängig davon, mit wem er gerade auch Konzerttournee ist, ob mit Sir Oliver Mally, Tim Collins oder wie am 10. Jänner im Seekirchner Emailwerk mit Petra Linecker. Freilich ist das Duo Linecker/Gasselsberger die Ausnahme der Ausnahme. Nicht nur, weil die beiden auch abseits der Bühne ein Paar sind, sondern weil sie auch abseits der Bühne gemeinsam schreiben, komponieren und ihre Talente verschmelzen zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk.

 

Gasselsberger versteht es großartig, die oft nachdenkliche Lyrik Petra Lineckers in Töne zu kleiden. Mit seiner typischen Sensibilität verwandelt er Worte und Noten wie ein Architekt der Sinne in einen Klangraum, in dem Petra Lineckers klare Stimme sich ausbreitet und Wand für Wand mit Tonfarben befeuert. Das macht sie aber nicht nur einstimmig, dank eines "intelligenten Kastls" (Zitat Gasselsberger) singt sie oft mit sich selbst in breitgefächerten Harmonien, sie scattet, sie begleitet sich und summt, wie aus dem Nichts entsteht da ein Palast aus Gesang. Aber auch der Pianist stimmt ab und zu in ein Duett ein. Das ist (jedenfalls aus meiner Sicht) eine Novität - noch niemals habe ich Martin Gasselsberger so oft singen gehört, oder gar beatboxen! Eine ganz neue Erfahrung.

 

Martin Gasselsberger und Petra Linecker spielen einen ungewöhnlich klaren, schlanken Sound. Diese Musik wirkt weiträumig und frei, frei um zu kontemplativ zu schwelgen, aber auch frei um manchmal aufzubrausen in akrobatischen Klavierläufen oder leidenschaftlich souligen Gesangseinlagen. Diese Musik, sie lässt viel Luft. Sie schafft Raum. Die Menschen, die am 10. Jänner diesen Raum teilen durften, waren berührt und begeistert. Dieser Begeisterung verliehen sie Ausdruck, indem sie viele, viele neue "Take Apart"-CDs erwarben. Ich habe auch eine bekommen. Die höre ich jetzt an, wenn ich diese Rezension beendet habe. In Ruhe. Um diesem schönen Konzert noch einmal nachzufühlen. Nothing Left To Say.

(lf)

 











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