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31.01.15 - 00:04 Uhr

Isch lei schee


Es ist wieder ECHT im Emailwerk. Das Intro zum diesjährigen Festival für moderne Volksmusik lieferte das Tiroler/Schweizer Trio Jütz in Form einer sanften Trompetenfanfare begleitet von zärtlichen Akkordeontönen und ergänzt mit fein gezupftem Bassrhythmus. Ein Wohlfühlstart mit Alpenromantik.

 

Das Trio Jütz – das sind Isa Kurz (Vocals, Geige, Akkordeon und Hackbrett), Daniel Woodtli (Trompete, Flügelhorn, Vocals und Hackbrett) und Philipp Moll mit Vocals und Bass, beschreibt seine musikalische Intension als „respektvolle Kombination von alpenländischer Musik mit modernen Einflüssen“ wobei der Respekt stellenweise eine tragende Rolle spielt und andernorts mit einem schelmischen Augenzwinkern in den Hintergrund tritt.

 

Begonnen wurde, äußerst respektvoll gegenüber dem Publikum, nicht mit Schweizer Liedgut sondern mit einer Interpretation der innoffiziellen Tiroler Hymmne „Tirol isch lei oans“ zum Dahinschmelzen. An dieser Stelle auch gleich der erste und einzige Kritikpunkt: Die absolut hinreißende Stimme von Isa Kurz tritt viel zu selten in den Vordergrund. Bitte mehr.

 

Was Jütz unter der gelungenen Kombination von alt und modern versteht, wird mit dem Guggisberglied märchenhaft demonstriert. Der originale Langtitel „Vreneli ab em Guggisberg“ steht über Textzeilen, die zum Ältesten (um 1740) gehören, was die Schweiz an Volksliedern zu bieten hat. Ländlich beginnend mischen sich im Verlauf zusehends moderne, instrumentale Aspekte in das Stück, die von der begleitenden Stimme vertieft werden.

 

Viele der folgenden Stücke sind von der spielerischen Leichtigkeit geprägt, mit der Jütz ursprüngliche Notenfolgen virtuos nachvertont. Manchmal sind es leicht jazzige Trompetenklänge, manchmal schwingende Passagen vom Hackbrett, manchmal herrlich lebendig gezupfte, geschlagene oder gestrichene Themen des Bass, die ein Stück über Generation in die Gegenwart befördern. Feuriger Sprechgesang und beinahe percussionartige Darbietungen des ganzen Trios zeugen zum einen von der musikalischen Meisterschaft der Formation und zum andern von der enormen Kreativität in der Transkription. Während des gesamten Konzerts wartet Jütz immer wieder mit überraschenden Elementen auf, sowohl was die musikalische Lesart betrifft, als auch die verblüffende bis heitere Einbindung von Mozart, Pipi Langstrumpf und des Publikums.

 

In dieser Weise führte die Reise von der Wengernalp über das Emmental, Vorarlberg und Tirol bis zu einem sanften Hügel voller Himmelsschlüssel, bei uns besser bekannt als Schlüsselblume und das verzauberte Publikum wird so zärtlich entlassen wie es empfangen wurde. Woa lei schee.

(mw)

 











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