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01.02.15 - 10:34 Uhr

Brass-Punkt


Mit der Formation "Innviertler Wadlbeisser" setzte Kurator Alexander Maurer den Schlusspunkt unter das Seekirchner Mini-Festivals "Echt", das sich zur Aufgabe gemacht hat, die unterschiedlichen Akzente der alpenländischen Volksmusik zu beleuchten und auf die Bühne zu bringen.

 

Die "Wadlbeisser" besetzten in diesem Sinne auch jene Ausprägung, die der traditionellen österreichischen Volksmusik am nächsten kommt. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, welche Blüten die Blasmusik in den letzten Jahrzehnten treibt. Aber nicht nur die Lust am Spielen, sondern auch gesellschaftliche Bewegungen sind für diese Öffnung verantwortlich. Wie überall bilden sich auch hier „neue“ Werte und "alte" verblassen. Der Wertwandelschub von traditionellen „Pflicht- und Akzeptanzwerten“ hat sich auch in der Blechmusik in Richtung "Selbstentfaltungswerten" verändert. Disziplin und Fügsamkeit wurden ersetzt durch Autonomie, Selbstverwirklichung und Individualisierung.

 

Aber es gibt bekanntlich ja kein Entweder/Oder. Das aktuelle Programm der "Innviertler Wadlbeisser" ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass eine Koexistenz zwischen alten und neuen Werten herrscht. Es spielt mit allen Klischees, die einem zum Spannungsfeld Brass, Pop und Rock einfallen. Das alles aber mehr als gut gespielt auf Trompeten, Posaunen und Tuba, dazu noch Quetschn, Gitarre, Flöten und Maultrommel - das Spiel ihrer Instrumente zeugt von der Souveränität jedes einzelnen Musikers (kein Wunder, wenn man den musikalischen Hintergrund der musizierenden Herrn genauer betrachtet: Grazer Opernorchester, Tiroler Symphonieorchester, usw. usw.). Jazz, Klassik, Pop, Rock, Film usw. wird umgesetzt in ein Feuerwerk an bläserischem Können, gemixt mit viel vordergründigem Humor.

 

So wühlten sich die "Wadlbeisser" mit großer Spielfreude, tiefempfundenem Enthusiasmus und der notwendigen Portion Atemluft durch ihr buntes Repertoire und hinterließen ein begeistertes Publikum. Das Blasmusikwesen möge hochleben.

(lf)

 











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