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20.06.15 - 13:33 Uhr

Deschawü


Vorweg genommen: Als Deschawü [Déjà-vu] – was in Französisch so etwas wie „schon gesehen“ bedeutet – bezeichnet man ein psychologisches Phänomen, eine qualitative Gedächtnisstörung, die sich in dem Gefühl äußert, eine Situation schon einmal erlebt, gesehen, aber nicht geträumt zu haben.

 

So erging es letzten Freitag dem Emailwerk-Publikum, das angesichts des Themas (Die Rocky Horror Wickel Show) erstaunlich viele männliche Besucher aufwies. Doch das Deschawü sollte sich zuallererst ganz und gar auf der weiblichen Seite einstellen. Wenn man „Frau“ war, konnte man sich der absolut realitätsnahen Darstellung der beiden großartig spielenden Hauptfiguren Donna & Doria vulgo Anja Clementi und Silke Stein nicht entziehen. Zu nah‘ an der Wirklichkeit war diese außergewöhnliche musikalische Revue angelegt. Dass diese Realität dennoch ein Lächeln auf den Mundwinkel jeder Besucherin zauberte, hat mit dem Talent und dem Charme der beiden Protagonistinnen zu tun.

 

Doch auch die begleitenden Herren hatten Gelegenheit, sich wiederzufinden, etwa in der Geburtsszene, wo dem werdenden Vater die Ellbogen der Gebärenden schmerzlich zu spitz sind, eine Szene, die laut Silke Stein realitätsnäher nicht sein könnte. Aber es ist kein typisches Stück für Frauen, es ist ein Stück für Eltern. Man erkennt sich selbst in so vielen Situationen, das ist es auch, was diesen Theaterabend so betörend sympathisch und humorgeladen macht. Es ist die authentische Komik des Lebens, die hier das Zünglein an der Waage spielt. Und es ist neben der schauspielerischen Qualität die großartige musikalische Leistung der beiden Darstellerinnen in einem dramaturgisch perfekt aufgebauten Stück, auch das eine (Eigen-)Leistung von Silke Stein und Anja Clementi.

 

Ein großartiger Abend, der – geht es nach Donna & Doria – bald eine Anknüpfung finden wird, dann aber mit Fröschen und Prinzen statt Kindern....

(lf)

 











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