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27.06.15 - 10:14 Uhr

Süß – Bitter – Süß


Ingo Vogl ist kein Paukenschläger. Er kommt ruhig auf die Bühne und beginnt das Leben zu beschreiben. In etwa so wie es ist. Zielsicher setzt er seine Akupunkturnadeln genau dort an, wo ursprünglich jener Nerv war, der uns längst gezogen wurde. Nun eben, dieses Nervs verlustig, können wir herzlichst über all das lachen, was uns seinerzeit die Adern im Gesicht schwellen ließ.

 

Erinnern sie sich an die kindgerechte Sprache ihrer Mutter, Tanten und anderen Frauen dieses Jahrgangs, wenn sie mit ihrem Frischgeschlüpften kommunizierten? „Ja wo is a denn“, „Gugugugu“, „Ja daaa is a“, „Na hamma a hungili?“ – das Wörterbuch des infantilen Schreckens hat viele Seiten. Und Sie? Ja, Sie standen daneben und hätten Terrasse, Kaffee und Kuchen so gerne gegen Kneipe, Bier und Käsekrainer getauscht…

 

Ingo Vogel kennt sie alle – die neugeborenen Abgründe in einer Welt die sich innerhalb weniger Stunden von oben nach unten kehrt. Den alles zermürbenden, ewigen Takt der Windelwechselperiode. Das gehässige „Ist anstrengend, nicht?“ der eigenen Eltern. Die Pein des endlos scheinenden Kindergeburtstags.

 

Vogls Programm „Kindheut“ ist der späte Balsam auf die in Rekonvaleszenz befindliche Elternseele. Die Gemeinsamkeit der durchstandenen Kreuzwege schweißt das Publikum zusammen. Wir gehört dazu – zu den ErziehungsveteranenInnen, wir haben es geschafft, wir dürfen uns hier und heute amüsieren, bevor wir morgen die nächste Generation mit einem kaltlächelnden „Kinder sind sowas Schönes“ in den Abgrund schicken. Hähähähä.

 

Schwangerschaftstraining? Einer der entwürdigendsten Momente im Leben eines Mannes. Auch im Leben der werdenden Mutter – die hätte sich aber einen Arm abgeschnitten, bevor sie gegenüber dem Partner dieses Eingeständnis artikuliert hätte. Jetzt lachen sie beide herzlichst zusammen mit Vogl und in ein paar Wochen erklären sie der Tochter, wie unendlich wichtig diese Form der Geburtsvorbereitung ist…

 

So und nicht anders mahlen die Nachwuchsmühlen seit Generationen. Lieber Ingo Vogl, wir haben nur eine große Bitte. Im Sinne der Gerechtigkeit zwischen den Generationen fordern wir absolute Geheimhaltung gegenüber noch kinderlosen Menschen, insbesondere unseren Kindern! Gleiches Recht für alle!

(mw)

 

 











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