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20.09.15 - 10:35 Uhr

Mehr als nur Reparieren


Am Samstag, den 19. September fand auf Initiative des Kulturvereins Kunstbox das erste Repair Café im Salzburger Seenland statt. Mit von der Partie der Regionalverband Salzburger Seenland, der aus dieser gelungenen Premiere eine Serie gestalten wird. Schauplatz war das Emailwerk Seekirchen, der Theaterraum wurde für einen Tag Bühne für ehrenamtliche ExpertInnen aus unterschiedlichsten Bereichen, die Bühnenausstattung bestand aus Werkzeugen, Messgeräten und Kisten mit Schrauben und Ersatzteilen.

 

Egal, ob es sich um ein kaputtes Radio, ein abgeknicktes Fön-Kabel oder um einen wackeligen Stuhl handelte: Im Repair Café bekam so ziemlich alles eine zweite Chance. Großartige 100 Reparaturen wurden von den ExpertInnen zwischen 10 und 16 Uhr angenommen und zum großen Teil auch erfolgreich erledigt. Manches dauerte nur Minuten, an anderem wurde mit Ausdauer getüftelt. Die Hilfesuchenden wussten es begeistert zu schätzen, die vorbereiteten Feedback-Bögen brachten es auf den Punkt. Viele andere konnten auch kaum fassen, was alles möglich war und bedauerten, nicht noch einiges mehr mitgebracht zu haben.

 

Kaffee (Spende der EZA Köstendorf) und Kuchen - ebenfalls von Freiwilligen als Spende mitgebracht - versüßten die Wartezeit, bis sich einer der ehrenamtlichen Reparateure des mitgebrachten Gegenstands annehmen konnte. Daher auch der Name Repair Café. Das Repair Café Salzburger Seenland ist übrigens Teil der internationalen Repair Café-Bewegung, initiiert von der holländischen Bloggerin Martine Postma.

 

Unglaublich war die Vielfalt der mitgebrachten Gegenstände: Bohrmaschinen, Kettensägen, Kameras, Toaster, Mixer, Radios, Fahrräder, Leuchten, CD-Player, Lautsprecher, HiFi-Verstärker, Mixer, Fön, Tonbandgeräte, Hosen, Hausschuhe, Spielzeug, Leiterwagen, sogar ein hölzerner Elefant, dem ein Stoßzahn ausgebrochen war. Es wurde geschraubt, gelötet, genäht, gebürstet, geklebt, und und und. Doch es ging nicht allein um das pure Instandsetzen. Viele Menschen verbinden eine Geschichte oder Erinnerungen mit liebgewonnenen Gegenständen. So brachte eine ältere Dame ein 50 Jahre altes Tonbandgerät, auf den Spulen befanden sich die Stimmen ihrer Eltern und Aufnahmen des Chores, in dem ihr Vater sang.

 

Eine Erfolgsquote von 80% spricht für sich, Garantie auf Reparatur-Erfolg gab es dennoch nicht. Was aber jeder Besucher, jede Besucherin spüren konnte, war die positive Energie, die das Emailwerk durchflutete. Drei Kraftströme waren die Quelle: die "Konzentration und der absolute Wille", etwas wieder instand zu setzen, die "Hoffnung" auf ein positives Ergebnis und die "Freude" über eine gelungene Reparatur. Jene Menschen, die sich länger im Raum aufhielten, wie z.B. der Schreiber dieses Berichtes, konnten in dieser Energie förmlich baden.

 

Für alle, die nicht dabei waren oder noch mehr Reparaturbedürftiges vor dem Wegwerfen retten möchten: Es gibt noch mehr Gelegenheiten. Alle Termine der künftigen Repair Cafés sind in Kürze zu finden unter www.repaircafeseenland.at. Einfach immer wieder reinschauen!

(lf)

 











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