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24.10.15 - 19:28 Uhr

Alles wird gut


Der depressive Frosch Frogo (Simon Kräutler) ist nur im ersten Augenschein eine reduzierte Figur. Er ist ständig unzufrieden, hat keine Freunde, fühlt sich alleingelassen und – er mag niemanden. Tatsächlich? Oder mag er schon vorbeugend niemanden, um nicht Gefahr zu laufen wieder alleine gelassen zu werden? Die Kinder wissen es nicht, dennoch schließen sie den ständig einschlafenden Hüpfer ins Herz. Der eine oder die andere im Publikum kennt vielleicht den einen oder anderen Gemütszustand von Frogo.

 

Kathrin Wagner alias Lele ist Frogos Antonym. Die Ente springt herum, singt, lacht und quatscht alles an, was ihr vor die Schwimmhäute läuft. Auch Frogo. Sie möchte ihm Lachen und Singen beibringen und bittet Frogo um eine Einweisung in die Kunst des Seerosenblatthüpfens. Keine Frage, dass das junge Publikum mittanzt und singt und hüpft, dass es nur so wirbelt.

 

Allein Frogo steht sich ständig selbst im Weg. Er mag nicht singen, will nicht tanzen und überhaupt nervt Lele ganz furchtbar. Katrin Wagner und Simon Kräutler erzählen ihre Geschichte mit viel Bewegung. Auf der Bühne, vor der Bühne, mitten unter den Kindern, jeder Abschnitt erhält seine eigene Perspektive. Sie bleiben dicht an ihrem jungen Publikum und die Kinder ebenso dicht an den Figuren.

 

Der Einzige, der nicht ganz dicht ist, ist Frogo. Er schafft es tatsächlich, Lele zu vergraulen – und bereut es sofort. Manche Dinge muss man wirklich erst verlieren, bevor man kapiert, was man hatte. Oder aber – es muss erst soweit kommen, bevor man, wie Frogo, in die Gänge kommt. Lele liebt Schokoladenkekse, Frogo will Lele zurück, ergo fängt Frogo an zu backen…

 

Was im Leben nicht immer funktioniert, darf im Kindertheater sein. Mit einem dicken „Entschuldigung“ (an dem der Frosch sehr lange übte) und den Keksen erobert Frosch Ente zurück. Alles ist gut. Zum Schluss holen die beiden Darsteller die Kinder zu sich auf die Bühne. Es ist ein berührendes Bild, als Ente, Frosch und die Kleinen nebeneinander am Bühnenrand sitzen und singen. Als Großer wünscht man sich ein paar Jahrzehnte zurück…

(mw)

 

 











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