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05.12.15 - 14:58 Uhr

Wenn die "Frohe Botschaft" die Bühne rockt


Die alljährliche Session der beiden Emailwerk-Gospel-Workshop-Gruppen ging letzten Mittwoch über die Bühne. Eigentlich „fegte“ sie mit unglaublichem emotionalen Druck über die Bühne, denn mehr als 50 Sängerinnen und Sänger hatte Workshop-Leiter und Gospelchor-Legende Richard Griesfelder aufgeboten, dazu noch instrumentale Begleitung an Gitarre, Bass, Schlagzeug und von ihm selbst am Klavier. Ein gewaltiger Klangkörper, den er mit unglaublicher Sicherheit „beherrscht“. Welch‘ ein Klang, unterstrichen noch durch die engagierten Stimmen wechselnder SolistInnen.

 

Die Session heißt Session, weil nach 8 Kursabenden natürlich kein abendfüllendes Konzert zustande kommen kann, und auch, weil der unbeschwerte und fröhliche Charakter der Kurse auf die Bühne finden soll. Das ist mehr als gelungen. Die Vorgabe machten dabei die Gospel-Kids. Elf junge Stimmen, die sich in unfassbarer Leidenschaft in das Herz jedes Einzelnen im prall gefüllten Emailwerk bohrten und schon zu Beginn die Bühne rockten wie die Profis.

 

Dann folgten die Großen. Jede und jeder war spürbar mit Leib und vor allem Seele dabei, es stand in den fast ekstatisch konzentrierten Gesichtern geschrieben und war an ihrer unablässigen rhythmischen Bewegung abzulesen. An diesem Abend wurde das wahr, was man von Gospelmusik behauptet: Sie ist nichts anderes als das Verbreiten der Frohen Botschaft. In dieser Musik, der dramatischen Mischung aus afrikanischer und europäischer Musiktradition, spiegelt sich nicht nur das grausame Schicksal von Millionen von Sklaven in den amerikanischen Südstaaten, sondern vor allem die Hoffnung wieder. An diesem besonderen Abend gelang das faszinierende Wechselspiel aus Lebensfreude und Wehmut, von der Melancholie über die Verzweiflung bis zur lautstarken Gottespreisung.

 

Einige Gospel-Klassiker ließen auch die BesucherInnen stehend (!) jeden Quadratmeter des Saales nutzen, um der Stimmung Ausdruck zu verleihen. Es wurde geklatscht, gewippt und mitgesungen. Die Fröhlichkeit der mehr als drei Generationen SängerInnen übertrug sich auf das Publikum, das die Gruppe um Richard Griesfelder am Ende gar nicht gehen lassen wollte. Ein ganz besonderes Erlebnis für alle, die dabei waren.

(lf)

 

 











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