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17.01.16 - 11:06 Uhr

Ich hab ein zärtliches Gefühl


Es geht um Liebe. Und um Lyrik. Und um Musik, alles bis zum Herzen entwaffnend. Gelesene, gesungene und gespielte Poesie – ineinander, übereinander, miteinander, abwechselnd. Das neue Programm von Frank Hoffmann und Martin Gasselsbergers mg3 ist eine musikalisch-lyrische Liebeserklärung an die alles beherrschende Leidenschaft der Menschheit. An das, was uns am meisten treibt - in Glück und Unglück.

 

„Liebe und so weiter“ ist sozusagen der zweite Teil einer erfolgreichen Kooperation von Hoffmann und Gasselsberger. Während beim ersten Programm ein deutlicher Schwerpunkt auf Erich Fried lag, kommt beim neuen Programm eine poetische Vielfalt zur Anwendung, die eine unfassbare Breite aufweist. Von Rainer Maria Rilkes Gedichten über Balladen von Fritz Grünbaum und tiefgründigen Texten von Kurt Schwitters bis ins komische Fach zu Allroundgenie Robert Gernhard und Comedian Dieter Nuhr reicht die Palette.

 

Begleitet wird Hoffmann vom Musiktrio mg3, das aus Martin Gasselsberger (Piano), Roland Kramer (Bass) und Gerald Endstrasser (Schlagzeug) besteht. Gasselsberger erfühlt den Sinn der Rezitationen und hüllt sie in fein gewobene seidene Tücher aus Tönen und Klängen, die mitunter eine Zartheit aufweisen, dass man sich kaum zu atmen wagt. Dass die sonore Stimme von Frank Hoffmann diesmal auch singt, ist eine große Bereicherung. Sei es „Ich hab ein zärtliches Gefühl“, das nahe ans Original von Hermann van Veen herankommt oder „Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling“ von Siw Malmkvist aus dem Jahr 1964, Hoffmann macht immer eine gute Figur. Ob Song, Elegie, Ballade oder Nonsens-Poesie: Rezitieren statt vorlesen lautet die Devise - Hoffmann haucht den Gedichten Leben ein.

 

Ein Abend der leisen Töne, aber durchaus auch des ausgelassenen Humors, und das alles ohne Widerspruch. Wie sang schon Hermann van Veen: „Ich hab' ein zärtliches Gefühl für den, der seinen Mund auftut…“

(lf)











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