Kulturverein Kunstbox Seekirchen - Home
NewsProgrammKulturvereinServiceLinksEmailwerk
AktuellArchiv
Archiv
06.02.16 - 18:23 Uhr

ZAUBERhafter Opernabend für Einsteiger


Das Diabelliorchester des Musikum Seekirchen besuchte wieder einmal das Emailwerk Seekirchen. Abgesehen davon, dass dieses charmante Ensemble rund um Orchesterleiter Stephan Höllwerth hier gerne gesehen und gehört ist, brachten sie diesmal Mozarts amüsanten Einakter aus dem Jahr 1768 mit, in dem die Schäferin Bastienne ihren Liebsten an eine feine Dame aus der Stadt zu verlieren fürchtet und beim „zauberkundigen“ Colas Rat sucht.

 

Wie die zwei Verliebten dem Happy End entgegenstolpern, hat der 12jährige Mozart so leichtfüßig und liebevoll in Musik gesetzt, dass man sein Schäferpärchen einfach ins Herz schließen muss. Diese „kleine“ Oper mit seinen jugendfrischen Köstlichkeiten ist ein Gesellenstück des werdenden Meisters. Um daraus freilich einen gültigen Theaterabend zu machen, braucht es mehr. Zuallererst einen genialen Bearbeiter des Stoffes: Charly Rabanser. Mit dem ihm eigenen Humor setzt er dieses Stück ins Hier und Jetzt und bringt das Publikum an so mancher Stelle aus der Fassung. Anita Köchl führte Regie und die jungen Protagonisten liebevoll in den Inhalt und auf die Bühne, der Bühnenbildner Markus Maurer erarbeitete mit jungen Talenten im Umfeld des Diabelliorchesters das Bühnenbild - die Requisiten wurden übrigens – quasi als Zugabe – nach der Vorstellung ans Publikum versteigert.

 

Allen voran sind aber die drei jungen SängerInnen mit Lob zu bedenken - Raphael Pouget und Klaus Wetzlinger sowie die hinreißende Bastienne Himani Grundström aus Schweden, aus deren sopranen Mund nicht nur intonationsmäßig Perfektes zu hören war, sondern ebenso – und überaus charmant - im Salzburger Dialekt gesprochenen Dialoge.

 

Im Aufführungsformat haben sowohl Charly Rabanser als auch Anita Köchl ein Rezept gefunden, das die Anekdote um die zankenden Liebenden dem lebenserfahrenen Zauberer trefflich erzählt. Und das auf einfachste Weise: Man nimmt die Geschichte so wie sie ist. Die sich wechselnden Gefühle der beiden Liebenden - mal zickig und bockig, mal sehnsuchtsvoll und liebevoll - werden ohne Wenn und Aber mit Natürlichkeit erzählt und dem Wissenden Colas macht es Freude, die jungen Leute durch das Wundermittel Eifersucht wieder zusammenzuführen.

 

Die Musikerinnen und Musiker des Orchesters gerieten angesichts der berührenden Sänger und Darsteller - an dieser Stelle seien die aberwitzigen Besen des Zauberers erwähnt - optisch etwas in den Hintergrund, aber musikalisch gelang es ihnen wunderbar, den nötigen tonlichen Wohlklang zu erzeugen.

 

Bastien und Bastienne – ein Singspiel - ist eine Oper für Anfänger, sowohl durch die einfach nachzuvollziehende Geschichte als auch die unkomplizierte, gradlinige Musik eines damals noch sehr jungen Mozart, ein perfekter Einstieg in die Opernwelt und deshalb sogar für die unzähligen Kinder geeignet, die diesmal im Emailwerk zum ersten Mal überhaupt mit der Oper in Kontakt kamen.

 

Mit Witz, Charme und musikalisch hochwertiger Leistung wurde den rund 180 Besuchern des aus allen Nähten platzenden Emailwerks ein erlebnisreicher Abend beschert. Der Dank gilt vor allem der Arbeit des Musikum, das solche Begegnungen vor und auf der Bühne ermöglicht.

(lf)

 











<- Zurück zu: Archiv