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16.04.16 - 12:18 Uhr

Von Spielräumen der Begeisterung


Eigentlich sollte dies eine Rezension über die fünfte Gospelsession im Kulturhaus Emailwerk werden. Sie wissen gar nicht, was das ist? Dann muss ich das zuerst erläutern. Eine Gospelsession ist das Abschlusskonzert einer siebenteiligen Workshop-Reihe, in der Menschen unterschiedlichster Herkunft und Geschlechts, Berufs und Interesses, gemeinsam eines tun: Singen. Und zwar Gospel. Was daran so besonders ist? Das zu erklären ist ja der Grund, warum ich die Rezension über die fünfte Gospelsession im Kulturhaus Emailwerk so nicht schreiben kann. Denn dazu muss man zuerst die Ursache, die Wurzel des Geschehens kennen.

 

Diese Ursache ist männlich, enthusiastisch, hochmusikalisch und lebt die These eines hochdekorierten Neurobiologen wie kein anderer, der einmal meinte: „Es gilt Spielräume zu schaffen, in denen Begeisterung entstehen und wachsen kann.“ Und das tut er. Wer? Sein Name ist Richard Griesfelder. Wer auch nur einmal einen seiner Workshops besucht hat, kann nachvollziehen, warum bei einer Gospelsession lauter begeisterte Sängerinnen und Sänger auf der Bühne sich die Seele aus dem Leib singen. Menschen, die die Lust gepackt hat, ihrer Stimme freien Lauf zu lassen, weil Richard Griesfelder sie in wenigen Stunden überzeugt, ihnen Wege zeigt, wie der Zauber des Gesangs ihren Alltag verändern kann.

 

Warum das so ist, kann man auch wissenschaftlich erklären. Die entscheidenden Veränderungen beim Singen spielen sich im Kopf ab. Vorn, in der Stirnregion, wird das Belohnungssystem aktiviert; weiter im Innern, in den Basalganglien, wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet - eine Substanz, die unter anderem Gedächtnisprozesse und die soziale Bindungsfähigkeit beeinflusst. All das geschieht kurzfristig, man verspürt die Wirkung schon nach wenigen Liedstrophen, zusammen mit einem leichten Rausch, den die durchs tiefere Einatmen erhöhte Kohlendioxid-Konzentration im Blut auslöst.

 

Aber Richard Griesfelder braucht keine wissenschaftlichen Vorträge bei seinen Proben, Er entführt die Menschen in die Faszination des eigenen Körperklanges - und in die Welt der Gospelmusik. Einer Musik, die von Liebe, Hoffnung, Begeisterung, Dank erzählt. Es sind diese positiven Gefühle, die hier in Wort und Klang ausgedrückt werden. An eben jenem denkwürdigen Abend der eingangs erwähnten ?. Gospelsession im Kulturhaus Emailwerk Seekirchen sprang wieder einmal der Funke über von nahezu 50 Sängerinnen und Sängern im Alter von 7 bis 70 Jahren über auf ein begeistertes Publikum in einem ausverkauften Saal. Noch an diesem Abend wurde eine Liste für die nächsten Workshops aufgelegt, die sich - wen wundert´s - in Minutenschnelle füllte….

(lf)











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