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06.11.16 - 14:00 Uhr

Eine Reise nach Frankreich


Vor genau 5 Jahren verschmolzen in Salzburg das erste Mal zwei Gruppen, die es bis dahin schon 15 Jahre gab - eine gute Idee, wie sich später herausstellen sollte. Die beiden hießen „Libertango“ und „Lebeau-Trio“, hatten sichtlich Spaß an der Sache und holten sich damals Appetit auf mehr. Das zweite Mal gastierte nun diese „Mélange“ im Emailwerk, um ihr gemeinsames Jubiläum ausgiebig zu feiern. Die Zeit kann man nicht betrügen - daher heißt die kryptische Formel nun 20+20+5. Der geneigte Leser dieser Zeilen kann das ja sicher interpretieren - in Summe ergibt es 45 Jahre. 45 Jahre, die man dem Ensemble nicht ansieht und noch viel weniger anhört.

 

Musikalischer Sieger des Abends war - trotz südamerikanischen Einflüssen - eindeutig das Chanson. Eine Liedform, die wie keine andere das Leben beschreibt. Die Texte sprechen eine Vielzahl von Themen und Stimmungen an: Vom politisch geprägten Chanson über komische Situationen bis zu den häufigen Liebesliedern berichten Chansons von allen Situationen des Lebens. Die Themenbreite ist riesig: romantisch, skandalös, ironisch, zart, traurig, realistisch, idealistisch, lyrisch, chauvinistisch, melancholisch, reaktionär – nur eines gibt es nicht: langweilig.

 

In diesem Sinne verfloss an diesem Abend die Zeit wie im Flug. Der musikalische Bauchladen war prall gefüllt: Mal erinnerte eine Nummer an Django Reinhardts Gitarren-Swing, dann an Klezmer, Jazz Manouche, Musette ... Lebenslust und gute Laune versprühten alle diese Formen, französisches Flair sowieso und Romantik im Speziellen.

 

Die Musikerinnen und Musiker waren alle in ihrem Element: Eric Lebeau verbreitete mit seiner warmen Stimme den Zauber, den das Chanson innehat, getragen von Sigrid Gerlachs wunderbar gespielten Akkordeon, die Besucher erlebten eine tanzende Pianistin Leonore von Stauss (eine Novität), eine wie immer entfesselte Sabine Linecker in roten Schuhen mit ihrem scheinbar schwerelosen Kontrabass und nicht zuletzt den Meister des französichen Gypsy-Jazz: Michael Brandl an der Gitarre.

 

Für das Publikum des prall gefüllten Saales gab es am Ende des Konzertes kein Halten mehr. Nach einigen Zugaben wurde die jubelnde Menge und „Mélange“ nach einer kleinen Feier in der Emailwerks-Bar mit ein paar guten Gläsern Rotwein in die kühle österreichische Novembernacht entlassen.

Zurück von einer wunderschönen Reise.

(lf)











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